Soroban für Kinder: 7 Vorteile, die weit über schnelles Kopfrechnen hinausgehen
Beim Rechnen mit dem japanischen Abakus geht es nicht nur darum, möglichst schnell zum richtigen Ergebnis zu kommen. Kinder lernen zunächst, Zahlen auf dem Soroban darzustellen und Rechenwege durch konkrete Perlenbewegungen auszuführen. Mit zunehmender Übung können sie beginnen, sich diese Bewegungen innerlich vorzustellen.
So entwickelt sich Schritt für Schritt die Mentale Arithmetik mit dem Soroban.
Dabei werden neben dem Rechnen insbesondere visuell-räumliche Vorstellungen und fokussierte Aufmerksamkeit intensiv genutzt. Wissenschaftliche Untersuchungen zum Soroban-Training zeigen vor allem positive Effekte auf die trainierten Rechenfähigkeiten. Für einige weitere kognitive Bereiche gibt es ebenfalls interessante Hinweise – allerdings nicht für jedes Kind und nicht in jeder Studie gleichermaßen.
Kurz gesagt: Der Soroban ist nicht einfach ein Hilfsmittel zum schnelleren Rechnen. Kinder lernen eine besondere visuelle Rechenstrategie, bei der Zahlen, Bewegungen und innere Vorstellungen miteinander verbunden werden.
Was ist ein Soroban?
Der Soroban ist die japanische Form des Abakus. Er besteht aus mehreren Stäben mit beweglichen Perlen. Jede Stelle steht für einen bestimmten Zahlenwert – beispielsweise Einer, Zehner oder Hunderter.
Kinder lernen zunächst, Zahlen durch bestimmte Perlenstellungen abzubilden. Addition und Subtraktion werden dadurch nicht nur auf Papier durchgeführt, sondern mit konkreten Bewegungen verbunden.
Mit zunehmender Übung kann etwas Spannendes passieren: Der reale Soroban wird immer weniger benötigt.
Das Kind beginnt, sich den Soroban innerlich vorzustellen und die Perlen nur noch gedanklich zu bewegen. Genau diese Form des Rechnens bezeichnen wir als Mentale Arithmetik.
Beim mentalen Rechnen wird also nicht einfach nur eine Aufgabe auswendig gelöst. Das Kind arbeitet mit einem innerlich vorgestellten Soroban und führt die zuvor gelernten Perlenbewegungen gedanklich aus.
Dass erfahrene Soroban-Rechner beim Kopfrechnen tatsächlich stark mit solchen visuell-räumlichen Vorstellungen arbeiten, wird bereits seit Jahrzehnten wissenschaftlich untersucht.
Zahlen und Stellenwerte werden sichtbar
Zahlen können für Kinder zunächst sehr abstrakt sein.
Was bedeutet eigentlich 37? Warum besteht die Zahl aus drei Zehnern und sieben Einern? Und was passiert, wenn aus 39 plötzlich 40 wird?
Auf dem Soroban erhalten Zahlen eine sichtbare Struktur. Einer, Zehner und Hunderter befinden sich auf unterschiedlichen Stellen. Veränderungen einer Zahl werden unmittelbar durch Bewegungen sichtbar.
Dadurch bietet der Soroban Kindern einen zusätzlichen Zugang zur Mathematik: Zahlen werden nicht nur geschrieben, sondern dargestellt und bewegt.
Das kann helfen, Zusammenhänge zwischen Zahlen, Stellenwerten und Rechenwegen anschaulich nachzuvollziehen.
Wissenschaftliche Untersuchungen zum Rechnen mit dem Soroban zeigen unter anderem Zusammenhänge mit numerischer Verarbeitung und arithmetischen Fähigkeiten.
Kinder üben fokussierte Aufmerksamkeit
Beim Soroban zählt jede Bewegung.
Das Kind muss eine Zahl wahrnehmen, sie auf dem Soroban darstellen, die nächste Rechenoperation aufnehmen und gleichzeitig den aktuellen Zahlenwert im Blick behalten.
Dadurch entstehen während des Trainings immer wieder Phasen sehr gezielter Aufmerksamkeit.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass ein Kind durch Soroban-Training anschließend in jeder Situation konzentrierter ist. Studien zu solchen Übertragungseffekten kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Einige Untersuchungen fanden bei Kindern mit längerer Erfahrung in der Mentalen Arithmetik Vorteile bei bestimmten Aufmerksamkeitsaufgaben. Andere Untersuchungen fanden dagegen keine generelle Veränderung grundlegender kognitiver Fähigkeiten.
Entscheidend für den Kursalltag ist: Kinder üben immer wieder, ihre Aufmerksamkeit für einen bestimmten Zeitraum gezielt auf eine Aufgabe zu richten.
Auch Eltern nehmen dabei manchmal Veränderungen im Alltag wahr.
In dieser Zeit ist unser Sohn bemerkbar ruhiger, aufmerksamer und selbstbewusster geworden.
– Angela F., Mutter eines Kursteilnehmers
Solche Erfahrungen sind individuelle Beobachtungen – keine Garantie dafür, dass jedes Kind dieselbe Entwicklung macht.
Die visuelle Vorstellungskraft wird intensiv genutzt
Der wahrscheinlich spannendste Teil der Mentalen Arithmetik beginnt dann, wenn der Soroban langsam aus den Händen verschwindet.
Das Kind stellt sich die Perlen im Kopf vor.
Eine Zahl erscheint beispielsweise als bestimmte Perlenposition. Kommt eine weitere Zahl hinzu, werden die entsprechenden Perlen gedanklich bewegt.
Für das Gehirn ist das eine anspruchsvolle visuell-räumliche Aufgabe.
Genau diese innere Visualisierung gehört zu den besonderen Merkmalen der Mentalen Arithmetik mit dem Soroban. Untersuchungen zeigen, dass erfahrene Soroban-Rechner beim mentalen Rechnen stark auf visuell-räumliche Strategien zurückgreifen.
Das unterscheidet diese Methode deutlich vom klassischen Kopfrechnen, bei dem Kinder häufig vor allem mit erlernten Zahlzerlegungen und Rechenstrategien arbeiten.
Das visuell-räumliche Arbeitsgedächtnis wird gefordert
Wer mit einem innerlich vorgestellten Soroban rechnet, muss Informationen kurzfristig speichern und gleichzeitig verändern.
Das Kind muss sich beispielsweise merken:
- Wo stehen die Perlen gerade?
- Welche Zahl kommt hinzu?
- Welche Bewegung muss durchgeführt werden?
- Wie sieht der neue Zwischenstand aus?
Damit wird insbesondere das visuell-räumliche Arbeitsgedächtnis während des Rechnens intensiv beansprucht.
Einige wissenschaftliche Untersuchungen fanden nach längerem Soroban-Training Vorteile in diesem Bereich. Gleichzeitig zeigen andere Studien keine generelle Verbesserung grundlegender kognitiver Fähigkeiten.
Deshalb wäre es unseriös zu versprechen: „Soroban verbessert automatisch das Gedächtnis eines Kindes.“
Was man dagegen klar sagen kann: Das Speichern und gleichzeitige Verarbeiten visueller Informationen wird beim mentalen Rechnen mit dem Soroban immer wieder intensiv eingesetzt.
Erfolgserlebnisse können Sicherheit im Rechnen schaffen
Manche Kinder beginnen eine Mathematikaufgabe bereits mit dem Gedanken: „Das kann ich sowieso nicht.“
Solche Erfahrungen können sich mit der Zeit festsetzen.
Beim Rechnen mit dem Soroban lernen Kinder neue Rechenschritte dagegen systematisch und aufeinander aufbauend. Eine Bewegung wird zunächst langsam gelernt, anschließend wiederholt und schließlich immer sicherer.
Dadurch kann ein Kind sehr konkret erleben:
Etwas, das gestern noch schwierig war, gelingt mir heute.
Diese kleinen Fortschritte sind pädagogisch wertvoll. Sie können dazu beitragen, dass Kinder mehr Vertrauen in ihre eigenen mathematischen Fähigkeiten entwickeln.
Ich suchte nach spielerischer Förderung und fand zu „Kleines Genie“. Die lockere Art der Trainer_innen sprach mich an und überzeugte meinen Großen.
– Konrad A., Vater eines 8-jährigen Sohnes
Gerade bei Kindern, die sich mathematische Aufgaben bisher wenig zutrauen, können solche positiven Lernerfahrungen wichtig sein.
Der Weg geht von der Hand in den Kopf
Mentale Arithmetik beginnt nicht damit, dass ein Kind plötzlich komplizierte Aufgaben im Kopf lösen soll.
Im Gegenteil: Am Anfang steht der echte Soroban.
Kinder lernen zunächst:
- Zahlen auf dem Soroban darzustellen,
- die Perlen richtig zu bewegen,
- Rechenregeln anzuwenden,
- Rechenwege sicher auszuführen.
Zu Beginn steht dabei nicht die Geschwindigkeit im Vordergrund, sondern die sichere Bewegung und das Verständnis des jeweiligen Rechenweges.
Erst mit zunehmender Sicherheit wird das Tempo schrittweise gesteigert.
Durch regelmäßiges Wiederholen können sich die Perlenstellungen und Bewegungen zunehmend als inneres Bild festigen.
Dann beginnen viele Kinder, einzelne Aufgaben ohne sichtbaren Soroban zu lösen.
Sie bewegen die Perlen nicht mehr mit den Fingern auf dem Rechenbrett – sondern in ihrer Vorstellung.
Genau dieser schrittweise Übergang vom tatsächlichen Soroban zum innerlich vorgestellten Soroban ist ein zentrales Prinzip der Mentalen Arithmetik.
Soroban kann ganz unterschiedliche Kinder ansprechen
Mentale Arithmetik ist nicht ausschließlich für kleine „Mathegenies“ gedacht.
Interessant kann die Methode beispielsweise sein für:
- Mathematisch interessierte Kinder, die zusätzliche Herausforderungen suchen.
- Kinder, die gerne visuell lernen und Zahlen gern konkret darstellen.
- Kinder mit Rechenunsicherheit, die neue positive Erfahrungen mit Mathematik sammeln sollen.
- Kinder, die Freude an klaren Strukturen und wiederkehrenden Abläufen haben.
- Kinder, die fokussiertes Arbeiten üben möchten.
Wichtig ist allerdings: Soroban-Training ist keine Therapie für Dyskalkulie und ersetzt bei einer ausgeprägten Rechenschwäche keine fachliche Diagnostik oder gezielte Förderung.
Auch deshalb ist eine Probestunde sinnvoll. Sie zeigt wesentlich besser als jede Beschreibung, ob ein Kind Freude an dieser Art des Rechnens entwickelt.
Uns wurde eine Probestunde angeboten, wo auch viel Platz für alle offenen Fragen war. Unserem Sohn hat es sehr gefallen. Wir sind als Familie erstaunt und begeistert, was man mit so einer Förderung erreichen kann!
– Sibel, Mutter eines Kursteilnehmers
Wie sieht Mentale Arithmetik im Kursalltag aus?
Stell dir ein Kind mit einem Soroban vor sich vor.
Die Trainerin nennt eine Zahl. Das Kind stellt sie mit wenigen Bewegungen dar. Eine weitere Zahl kommt hinzu.
Die Finger bewegen die Perlen. Das Kind kontrolliert das Ergebnis und probiert die nächste Aufgabe.
Am Anfang geschieht das langsam und bewusst.
Mit zunehmender Übung werden die Bewegungen selbstverständlicher. Später beginnt das Kind, einzelne Perlenstellungen bereits innerlich zu sehen.
Irgendwann sitzt es vielleicht vor einer Aufgabe, ohne den Soroban zu berühren – und dennoch bewegen sich die Finger leicht mit.
Das Kind rechnet bereits mit seinem innerlich vorgestellten Soroban.
Das ist kein Rechentrick. Es ist das Ergebnis vieler kleiner Lernschritte.
Und manchmal zeigt sich die Beschäftigung mit Zahlen sogar außerhalb des Kurses.
Greta beschäftigt sich beim Einschlafen mit Zahlen.
– Gretas Eltern
Genau das ist ein schöner Aspekt der Methode: Mathematik wird nicht nur als Schulaufgabe erlebt, sondern kann zu etwas werden, mit dem Kinder freiwillig spielen und experimentieren.
Was sagt die Forschung zur Mentalen Arithmetik mit dem Soroban?
Das Rechnen mit dem Soroban und der spätere Übergang zur Mentalen Arithmetik werden bereits seit mehreren Jahrzehnten wissenschaftlich untersucht.
Besonders gut belegt ist, dass Kinder lernen können, beim mentalen Rechnen eine visuell-räumliche Vorstellung des Sorobans zu nutzen. Intensives und regelmäßiges Training kann außerdem die Leistungen bei den trainierten arithmetischen Aufgaben verbessern.
In einer mehrjährigen randomisierten Untersuchung mit Grundschulkindern zeigten beispielsweise die Kinder mit entsprechendem Abakus-Training bessere Leistungen in bestimmten Bereichen des Rechnens.
Darüber hinaus gibt es Hinweise auf Zusammenhänge mit dem visuell-räumlichen Arbeitsgedächtnis, der räumlichen Verarbeitung und bestimmten Aufmerksamkeitsleistungen.
Die Ergebnisse sind hier jedoch nicht in allen Studien gleich. Es wäre deshalb zu weitgehend, aus dem Soroban-Training eine automatische Verbesserung allgemeiner kognitiver Fähigkeiten abzuleiten.
Mentale Arithmetik bei Kleines Genie Berlin-Neukölln
Bei Kleines Genie Berlin-Neukölln lernen Kinder ab 6 Jahren die Mentale Arithmetik Schritt für Schritt.
Dabei geht es uns nicht darum, Kinder von Anfang an möglichst schnell rechnen zu lassen.
Zuerst müssen Zahlen, Perlenbewegungen und Rechenwege sicher verstanden werden. Geschwindigkeit entsteht später durch zunehmende Sicherheit und Übung.
Die Kinder arbeiten in kleinen Gruppen und lernen zunächst den sicheren Umgang mit dem Soroban. Nach und nach wird zusätzlich die Visualisierung aufgebaut, sodass sich aus dem konkreten Rechnen zunehmend die Mentale Arithmetik entwickeln kann.
Zusätzlich erhalten die Kinder passende Übungsmaterialien und können auch zwischen den Kurseinheiten weiterüben.
Passt Mentale Arithmetik zu meinem Kind?
Das lässt sich am besten nicht erklären, sondern ausprobieren. In einer Probestunde kann dein Kind den Soroban kennenlernen, erste Rechenübungen selbst ausprobieren und einen Eindruck von der Methode bekommen.
Probestunde vereinbarenHäufige Fragen zum Soroban für Kinder
Ab welchem Alter können Kinder Soroban lernen?
Bei Kleines Genie beginnt das Programm Mentale Arithmetik ab etwa 6 Jahren. Entscheidend ist weniger ein ganz bestimmtes Alter als die Fähigkeit, sich für kurze Zeit auf Aufgaben einzulassen und regelmäßig zu üben.
Für jüngere Kinder eignet sich zunächst eine spielerische mathematische Förderung, bei der Mengen, Zahlen und grundlegende Rechenvorstellungen im Mittelpunkt stehen.
Wie lange dauert es, bis ein Kind ohne Soroban rechnen kann?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Kinder entwickeln mentale Vorstellungen unterschiedlich schnell.
Zunächst wird sicher mit dem echten Soroban gerechnet. Mit zunehmender Übung können erste Aufgaben zusätzlich visualisiert werden.
Der Übergang zur Mentalen Arithmetik geschieht schrittweise und sollte nicht unter Zeitdruck erfolgen.
Ist Soroban nur für mathematisch begabte Kinder geeignet?
Nein. Mathematisch sehr interessierte Kinder können darin eine spannende zusätzliche Herausforderung finden.
Gleichzeitig können auch Kinder, die sich beim Rechnen noch wenig zutrauen, einen neuen Zugang zu Zahlen kennenlernen.
Entscheidend ist, ob das Kind Freude an der Methode entwickelt.
Hilft Soroban bei Dyskalkulie?
Soroban-Training ist keine Dyskalkulietherapie.
Bei deutlichen und anhaltenden Schwierigkeiten im grundlegenden Zahlen- und Mengenverständnis sollte geprüft werden, ob eine gezielte fachliche Diagnostik beziehungsweise Förderung notwendig ist.
Das Rechnen mit dem Soroban kann ein ergänzender mathematischer Lernweg sein, ersetzt eine entsprechende Förderung aber nicht.
Verbessert Soroban auch Konzentration und Gedächtnis?
Während der Mentalen Arithmetik werden Aufmerksamkeit und insbesondere visuell-räumliche Arbeitsgedächtnisprozesse intensiv eingesetzt.
Einige Studien zeigen entsprechende Vorteile bei länger trainierenden Kindern. Andere Untersuchungen fanden jedoch keine generelle Verbesserung grundlegender kognitiver Fähigkeiten.
Deshalb sollte man nicht versprechen, dass Soroban automatisch die allgemeine Konzentration oder das Gedächtnis eines Kindes verbessert.
Was ist der Unterschied zwischen Soroban und Mentaler Arithmetik?
Der Soroban ist zunächst das konkrete Rechenwerkzeug. Kinder verschieben die Perlen mit den Fingern und lernen dadurch bestimmte Rechenwege.
Mentale Arithmetik entsteht später, wenn das Kind beginnt, sich den Soroban im Kopf vorzustellen und die Perlenbewegungen gedanklich auszuführen.
Vereinfacht gesagt: Der Soroban wird zuerst mit den Händen benutzt und später im Kopf visualisiert.
Quellen und weiterführende Forschung
- Wissenschaftliche Untersuchung zu mehrjährigem Abakus-Training bei Grundschulkindern und dessen Auswirkungen auf Rechenleistungen und kognitive Fähigkeiten. PubMed
- Langzeituntersuchung zu Abakus-Training, arithmetischen Leistungen und visuell-räumlichem Arbeitsgedächtnis. PubMed
- Wissenschaftlicher Überblick zu Abakus-Training, den zugrunde liegenden Rechenstrategien und möglichen kognitiven Effekten. PubMed Central
Wissenschaftliche Untersuchungen zum Soroban-Training zeigen unterschiedliche Ergebnisse hinsichtlich möglicher Übertragungseffekte auf andere Fähigkeiten. Die dargestellten Forschungsergebnisse sind daher nicht als Versprechen einer bestimmten individuellen Entwicklung zu verstehen.

